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TECHNIK

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Fachbeitrag

26

FASSADE 5/2016

Prof. Dr.-Ing. Philip

Leistner ist Leiter

des Fraunhofer-In-

stituts für Bauphysik IBP in Stuttgart und Profes-

sor für Akustik an der Universität Stuttgart.

Urbane Planung und Wirkung

Schall absorbierender Fassaden

Ausgehend von einer soliden Absorptions-

wirkung von Fassaden kann deren Wirkung

auf das urbane Umfeld berechnet und be-

wertet werden. Die heute verfügbaren, viel-

fach validierten und standardisierten Be-

rechnungswerkzeuge sind dafür zwar noch

nicht in allen Belangen ausgestattet, kön-

nen aber dennoch gute und belastbare An-

haltspunkte liefern. Das Potenzial lässt sich

beispielhaft quantifizieren. Abb. 1 zeigt eine

Bebauungssituation mit parallel zur Quelle

(Autobahn) ausgerichteten Gebäuden, flan-

kiert von dazu senkrecht positionierten Ge-

bäuden. Dadurch ergeben sich „kanalarti-

ge“ Zwischenräume, deren „Bedämpfung“

eine deutliche Änderung der Schallausbrei-

tung in das Gebiet verspricht.

Die standardisierten frequenzabhängigen

Berechnungen erfolgten nach dem Stand der

Technik und die Geometrie (Topologie) be-

ruhte auf realen, im Detail etwas vereinfach-

ten Daten. Die Fassaden wurden rechnerisch

mit schallabsorbierendem Material „belegt“.

Die Ergebnisse in Abb. 2 ermöglichen den

Vergleich von schwacher Absorptionswir-

kung, also z. B. einem normalen Außenputz,

und hoch absorbierendem Material.

Die Pegelunterschiede sind klar erkenn-

bar und betreffen nicht nur einzelne Punk-

te sondern beachtliche Bereiche des Gebie-

tes. In diesen Bereichen ließe sich übrigens

über eine Reduzierung der Schalldäm-

mung der Fassaden nachdenken, sozusa-

gen als Anreiz. Die Pegelminderung um ca.

6 dB ist zweifellos ein Wort und auf ande-

re Art keineswegs leicht zu erreichen, we-

der im innerstädtischen Umfeld noch in

Verdichtungsräumen. Die Verringerung von

Verkehrsaufkommen und Geschwindigkeit

sowie leise Fahrbahnbeläge können Beiträ-

ge liefern, sind aber weder allseits beliebt

noch kostenlos. Um künftig akustische Um-

gebungseinflüsse in allen, also auch in den

urbanen Lebensräumen zu erkennen, zu

bewerten und geeignet zu behandeln, ist

es ratsam, nicht einzelne Aspekte oder Le-

bensräume hervorzuheben. Eine nachhal-

tige Gesamtbilanz muss im Vordergrund

stehen, bei der auch akustisch wirksame

Fassaden ein bislang vernachlässigtes Ge-

staltungselement repräsentieren.

Der Beitrag basiert auf einem Vortrag, den der

Autor während der Fachtagung „Fassade 16“

an der Hochschule Augsburg gehalten hat.

Der Tagungsband kann beim Institut für Bau

und Immobilie der Hochschule Augsburg unter

www.hs-augsburg.de/ibi

erworben werden.

LIGNUCOLOR

24

– schwer entflammbare Holzfassade nach EN13501-1

www.mocopinus.com

© Europapark

LIGNUCOLOR

24

:

Lackaufbau: 2x Farbauftrag und

Imgrägnierung (schwer entflammbar)

BRANDSCHUTZKLASSE:

imprägniert nach EN 13501-1

(Euroklasse B-s2. d0)

PRÜFZEUGNIS:

Efectis - R0674

DIE BEHANDLUNG

I

Behandlung mit Feuerschutzsalz und deckender

Holzfarbe in 18 Standardfarbtönen

I

Einbringung mit einem Vakuum-Druckverfahren

I

Einsatz in Bereichen mit erhöhten Brandschutz-

anforderungen möglich (z.B. Bauobjekte für

Gewerbe, Industrie und öffentliche Bauten)

DIE WIRKUNG:

I

verzögerte Entzündung

I

langsamere Flammenausbreitung

I

Reduzierung der Energiefreisetzungsrate

I

deutlich verlangsamter Brandverlauf

I

Reduzierung der Entflammbarkeit

EIGENSCHAFTEN:

I

farbloses Feuerschutzsalz dringt tief

ins Holz ein

I

der natürliche Charakter des Holzes

bleibt erhalten

I

umweltfreundlich

Danksagung

Dem Ministerium für Verkehr und Infrastruktur

Baden-Württemberg sowie der Gips-Schüle-Stif-

tung Stuttgart sei für die freundliche Unterstüt-

zung der Forschungsarbeit zur Bauphysik und

Akustik urbaner Oberflächen herzlich gedankt.

Abb. 2: Schallimmis-

sionsberechnung für

die Situation in Abb.

1 mit gering (links)

und hoch (rechts)

Schall absorbie-

renden Fassaden

der Gebäude. Die

Einzahlwerte in den

Karten sind Schall-

pegel an ausge-

wählten Punkten.