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glas+rahmen

01.17

verbände

51

verbände

aus den innungen

greifen könnte. Wie eine solche Beitragsreform am En-

de aussehen kann, wird die kommende Mitgliederver-

sammlung in Haltern am See zeigen. Dort will der BIV

den Mitgliedern konkrete Vorschläge unterbreiten, die

auch einen „Beitrags-Mehrwert“ für das einzelne Mit-

glied bringen sollen. Besonders war Bundesinnungs-

meister Gutmann davon angetan, dass die Öffnung der

BIV-Mitgliederversammlung zu einer Teilnahme jun-

ger Glaser führte, die dann auch gleich in Sachen Mar-

keting mit konkreten Anregungen in Richtung digitaler

Präsenz im Netzwerk aufwarteten.

Für den Vorsitzenden des Marketingausschusses, LIM

Michael Schulze, Anlass genug, den „Spielball aufzuneh-

men“. Schulze: „Ich finde es gut, dass mit der Öffnung der

Mitgliederversammlung auch neue Anregungen in den

Marketingausschuss gespült werden, und es zeigt uns

auch, welche Erwartungshaltung die Nachwuchskräfte

des Glaserhandwerks in Sachen Öffentlichkeitsarbeit ha-

ben. Wir werden uns auf jeden Fall in der nächsten Sit-

zung damit auseinander set-

zen und praktikable Lösungen

erarbeiten.“ In Folge stellte

der Ausschussvorsitzende die

neuesten Marketing-Angebo-

te für seine Mitglieder vor, die

auf breite Zustimmung stie-

ßen, die aber auch auf Anre-

gung der Gäste zukünftig in

digitaler Form zur Verfügung

gestellt werden sollen.

Nachwuchsgewinnung

bei Autoglasern

Ein nicht minder spannendes

Thema war die Überlegung, dem Glaser zukünftig ei-

ne vierte Fachrichtung Fahrzeugverglasung zu zuschrei-

ben. Schon lange zeigte sich, dass auch im Bereich der

Fahrzeugverglasung eine eklatanter Fachkräftemangel

herrscht und man dringend entsprechende Nachwuchs-

kräfte qualifizieren müsste. Doch genau da liegt das Pro-

blem: die Fahrzeugverglasung ist zwar Bestandteil des

Glaserberufsbildes, doch zur Qualifikation gut ausgebil-

deter „Autoglaser“ bedarf es nach Ansicht der Autoglas-

Fachleute einer tiefgreifenden Qualifizierung, die über

die allgemeinen Inhalte des Glaser hinausgehen muss.

„Das wir hier mit unseren Überlegungen nicht alleine

sind, zeigten nicht erst die unlängst geführten Gespräche

mit demVorstand des Bundesverbandes Autoglaser e.V.,

so der Vorsitzende der BIV-Fachgruppe Fahrzeugver-

glasung, Glasermeister Michael Thabe: „Mit einer vier-

ten Fachrichtung würden wir nicht nur den Bereich der

Fahrzeugverglasung aufwerten, sondern am Ende auch

den Beruf des Glasers stärken.“ Der Vorsitzende sieht bei

einer Berücksichtigung der vierten Fachrichtung auch

die Möglichkeit, zukünftig den Verband der Auto-

glaser e.V. wieder an den Bundesinnungsverband des

Glaserhandwerks heranzuführen. Trotz unterschied-

licher Ansichten unter den Delegierten und Mitglie-

dern, konnteThabe am Ende einer kontrovers geführ-

ten Diskussion positiv in die Zukunft blicken. Mehr-

heitlich sprach man sich dafür aus, die Chancen einer

vierten Fachrichtung auszuloten.

Nicht zu kurz kommen sollten die Teilnehmer in

Sachen aktuelle Themen, die sich an brandaktuellen

Entwicklungen im Handwerk orientierten. Mit dem

Vorsitzenden der Fachkommission Bautechnik im

Deutschen Institut für Bautechnik in Berlin, Ministe-

rialrat Dr. Ing. Gerhard Scheuermann, hatten die Mit-

glieder den maßgebenden Fachmann in Sachen neue

Rechts- und Verwaltungsvorschrift über Bauproduk-

te – VV TB – an ihrer Seite, der nach seinem Vortrag

Rede und Antwort stand. EinThema, das insbesonde-

re auch den Glasern unter den Nägeln brennt, denn

immerhin handelt es sich dabei um die Neufassung

der Musterbauordnung (MBO) aufgrund notwendi-

ger Anpassungen des nationalen Rechts an europä-

ische Vorgaben, und da spielt auch die „ungeliebte

DIN 18008“ eine Rolle.

Rückblick auf die glasstec

Mit großem Interesse folgten die Mitglieder auch

den Ausführungen von Birgit Horn, Direktorin der

glasstec. Sie konnte Erfreuliches berichten: „Die

glasstec 2016 war die zweitbeste glasstec seit Durch-

führung durch die Messe Düsseldorf. Mit dem Er-

gebnis wurde sie ihrer Stellung als „number one“ der

weltweit veranstalteten Glasfachmessen voll gerecht.

Der einzige Wermutstropfen war die rückläufige Be-

sucherzahl. Ausschlaggebend war hier die deutsche

handwerkliche Beteiligung, ebenso die der benach-

barten europäischen Länder. Jetzt gilt es erst einmal,

gemeinsam mit dem BIV Ursachenforschung zu be-

treiben.“

Abgerundet hat den fachlichen Teil der Mitglie-

derversammlung Ulrich Haverkamp, Geschäftsfüh-

rer der Haverkamp GmbH, mit seinen anschaulichen

Darstellungen von Anwendungsmöglichkeiten mit

Sicherheitsfolien. Eine überaus spannende wie auch

wegweisende Darstellung, die eine Vielzahl von Mit-

gliedern veranlasste, den Dialog mit Haverkamp über

den Vortragsrahmen hinaus fortzusetzen. Damit folg-

ten sie der Einladung Haverkamps, bei aktuellen Bau-

vorhaben als fachlicher Gesprächspartner und Bera-

ter für die Glaserbetriebe zur Verfügung zu stehen.

Ob am Ende der eine oder andere Glaser davon

profitieren konnte, wird sicherlich die nächste Mit-

gliederversammlung am 7./8. April 2017 in Haltern

am See zeigen.

Ministerialrat Dr. Ing.

Gerhard Scheuermann

stand den Glasern Rede

und Antwort.

glasstec-Direktorin

Birgit Horn zog ein

positives Resümee der

Weltleitmesse.

„Die glasstec 2016 war

die zweitbeste glasstec

seit Durchführung

durch die Messe Düs-

seldorf. Mit dem Er-

gebnis wurde sie ihrer

Stellung als „number

one“ der weltweit ver-

anstalteten Glasfach-

messen voll gerecht.“

„Ich finde es gut, dass

mit der Öffnung der

Mitgliederversammlung

auch neue Anregungen

in den Marketingaus-

schuss gespült werden,

und es zeigt uns auch,

welche Erwartungshal-

tung die Nachwuchs-

kräfte des Glaserhand-

werks in Sachen Öffent-

lichkeitsarbeit haben.“

LIM Michael Schulze