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glas+rahmen

11.17

verbände

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DIN 18008 kein „Schreckgespenst“

Vom 28. bis 30. September fanden in Rheinbach die 39. Sachverständigen-

Diskussionstage des GIV NRW statt. Im fokus standen unter anderem ak-

tuelle normative Regelungen im Glasbereich, neue gesetzliche Rahmen-

bedingungen und die damit verbundenen Herausforderungen für die

Sachverständigen des Glaserhandwerks.

die din 18008

wird noch nicht von allen Glasern und

Sachverständigen als positiv wahrgenommen. Die Unsi-

cherheit bezüglich des vermeintlichen „Schreckgespens-

tes“ der Glasbranche konnte Gutachter Lorenz Burger den

Teilnehmern der 39. Sachverständigen-Diskussionstage

zumindest teilweise nehmen. Seiner Ansicht nach muss

keinem vor der Norm Bange sein. Burger wies in seinem

lebhaften Vortrag über die Auswirkungen der DIN 18008

auf das Sachverständigenwesen im Glaserhandwerk da-

rauf hin, dass die Norm eine klare Argumentationshilfe

für Sachverständige sei. Bei der Begutachtung von Vergla-

sungen nach DIN 18008 (Teile 1-6) stelle sich immer wie-

der die Frage nach dem rechnerischen Nachweis, der für

sämtliche Verglasungskonstruktionen nach dieser Norm

gefordert wird. Laut Burger müsse man aber auch die

Vorteile sehen. Diese seien insbesondere eine klare und

verständliche Schreibweise sowie weitaus größere Frei-

heiten in der Konstruktion. Da sich die Anforderungen

und die Bemessungsgrundlagen geändert haben, sei die-

se Norm absolut notwendig gewesen.

Bereits am Vortag der Rheinbacher Tagung besuchten

die Teilnehmer mit Seminarleiter Udo Pauly und Lan-

desinnungsmeister Hermann Fimpeler den Beschlag-

Fotos: © Puschwadt

hersteller Siegenia in Wilnsdorf-Niederdielfen. Nach ei-

ner Werksführung mit Roland Schöler (Leitung Business

Support der Siegenia Gruppe) gab es vor Ort eine ange-

regte Diskussion mit Fachleuten des Unternehmens über

wichtigeThemen rund um die Beschlagtechnik, wie Ein-

bruchschutz, Qualitätsbeurteilung und Tipps für die Ar-

beit der Sachverständigen.

Geländer oft nicht zulassungskonform

Den Auftakt zu den Fachvorträgen der 39. Sachverstän-

digen-Diskussionstage markierte dann am 29. Septem-

ber Sascha Palzhoff von der Pauli+Sohn GmbH, Wald-

bröl. Der Spezialist für Glasbeschläge informierte über

die Möglichkeiten der Glasbefestigung mit Klemm- und

Punkthaltern an Brüstungsgeländern, die Zulassungs-

gegenstände ABZ/ABP/ZIE und DIN und zeigte Fehler

auf, die häufig bei der Ausführung gemacht werden. Laut

Palzhoff sind rund 85 Prozent der Geländer mit Klem-

men nicht zulassungskonform. Die häufigsten Vergehen,

wie zum Beispiel ein fehlender Kantenschutz, zeigte er

an anschaulichen Fallbeispielen aus der Praxis.

Axel Elstermann (C.R. Laurence of Europe GmbH)

skizzierte in seinem kurzen Vortrag den Nutzen von hy-

Seminarleiter Udo Pauly

(vorn, 4. von rechts)

und Landesinnungs-

meister Hermann Fim-

peler (vorn, 6. von

rechts) begrüßten die

Teilnehmer zu den 39.

Sachverständigen-Dis-

kussionstagen in Rhein-

bach.