RTS-Magazin 11-2020

#GEWINNER GIBDEINEMJOB EINGESICHT. SASCHA DACHDECKER Alter: 48Jahre Position: Meister Betrieb: PhilippGmbH&Co.KG,33609Bielefeld Kammer: HandwerkskammerOstwestfalen-LippezuBielefeld Freizeit: Laufen,Fitness imSpeziellen,Lesen,Sport imAllgemeinen IMMEROBENAUF „Hey, wo wir sind, ist ganz oben.“ DieWorte von Sascha klingen unverfälscht, vollerLeidenschaft für seinGewerk. „Wenn morgens die Sonne aufgeht und über das Dach hinwegblitzt, empfinde ich eine unglaubliche Freiheit.“ Hochmotiviert istderBielefelder immeraufderSuchenach dem nächsten Step. Jetzt möchte der 48-jährige Dach- decker noch einmal richtig Gas geben. „Ich gehöre zu den Älteren. Egal! Ich spreche immer noch die Sprache der jungen Menschen. Ich kannmotivieren. Es ist jetztmeine Chance, dem Handwerk ein Gesicht zu geben.“ Punkten möchte Sascha im Rennen um den Titel mit seinen um- fänglichenErfahrungen. Schon in der Bewerbungsphase desWettbewerbswerden die Medien auf den Dachdecker aufmerksam. Er tritt im Fernsehen auf. Gibt Interviews im Radio. „Weil ich frech, aber nicht überheblich bin“, geht Sascha selbstbewusst auf eine großeBielefelderTageszeitung zu.Die sind dankbar, in derCorona-KriseüberetwasPositivesberichten zukönnen. Auch sein Aufruf an junge Menschen, beim sonntäglichen SASCHAKLOSS Firmenjogging das Dachdeckerhandwerk kennenzulernen, fand Anklang bei den Medien. „Irgendwann war es ein Selbstläufer“, sagt der gefragte Interviewpartner, dass er für die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit eben diesen einenSchrittmehrgemachthat. Zielstrebig, immer fokussiert auf das Wesentliche, ist Sascha sowieso TypMacher.Nach einem Praktikum folgt die Ausbildung bei der Firma PhilippHaustechnik in Biele- feld.Er bleibt.Seit 31 Jahren ist er in demUnternehmen in Sachen „Dach“ tätig. „Ich hatte Glück. In meinem Leben habe ich alles erreicht.“ Mehr als vierzig junge Menschen bildeteer indieserZeitaus.FürseineKollegenhater immer einoffenesOhr. InderRolledes klassischenChefs siehter sichdeshalbnicht. „IchbinDachdecker.Wir sindeinTeam“, istderBielefelderabsoluterTeamplayer. Geht es um berufliche Perspektiven, dannmöchte der 48- Jährige verstärkt für das Handwerk werben. Vielleicht sogar alsdasGesichtdesHandwerks ineinerAusbildungs- kampagne. Ein erster Schritt ist sein Instagram-Account #dachdeckerdürfendas. „Ich habe nach einerWortschöp- fung gesucht, von der sich junge Leute angesprochen fühlen. Inzwischen geht der Hashtag durch die Decke. Jungeund junggebliebeneDachdecker treffen sichhierauf der Plattform und stellen selbstbewusst ihrHandwerk vor. „Ichmöchte die Fahne fürs Handwerk oder besser gesagt für eine Ausbildung imHandwerk hochhalten.“Dafür sucht er jetzt ein offenesOhr in derGesellschaft.Wenn auf dem Weg noch dieSchärpe „MisterHandwerk“ liegt, „nehme ich dienochgernemit.“ AufdieFrage,obesnochdenganzgroßenTraum inseinem Leben gibt, antwortet der passionierteHandwerksmeister ohne Zeitverzögerung: „Ehrlich? Nein! Ich bin glücklich in meinemLeben. Ichmachegenaudas,was ichmachenwill. IchhabeeineArbeit,diemicherfüllt.Mehrgibtesdazuwohl nichtzusagen.“ sascha.kloss.sk007 „ „ MitmeinemFreundundZiehhundPatufa. AufdenDächernBielefeldsbin ichzuhause. ObobenaufdemDachoder im Innendienst: Ichmache das,wasmirgefällt. Ich legeWertaufmodischeBerufskleidung. AndasFotoshooting imLandgerichtBielefeldhabe ich tolleErinnerungen. MO DI MI DO FR SA SO MO DI MI DO FR SA SO 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 DEZEMBER LARSHANUSCHKA,38 BÄCKER,MEISTERBEI FEINBÄCKEREIL.HANUSCHKA IN03051COTTBUS handwerksblatt de GERMANY’S POWER PEOPLE 2 2 1 0 NUR HIER BESTELLEN: VH-BUCHSHOP.DE 9,80€ * handwerksblatt de * Ab fünf Exemplaren 9,30 €, ab 25 Exemplaren 8,80 €, ab 50 Exemplaren 8,30 € – zzgl. Versandkosten DER KALENDER FÜRS HANDWERK JETZT IM KOMPLETT NEUEN LOOK #GEWINNER MITHUMORLEBTSICH DASLEBENLEICHTER. JULIA SCHORNSTEINFEGERIN Alter: 35Jahre Position: Meisterin Betrieb: SchornsteinfegerbetriebUweBothur,44797Bochum Kammer: HandwerkskammerDortmund Freizeit: Fitness-Sport,mitFreunden treffen MODERNERGLÜCKSBRINGER Julia hat Glück. Vater, Schwester, Schwager. Die ganze Familie krabbelt auf Dächer, prüft Emissionswerte, checkt Gasfeuerungsanlagen und berät Menschen beim Brand- schutz oder bei der Energieeinsparung. „Ihr dürftmachen, was ihr wollt“, lässt Vater Uwe seinen Töchtern bei der BerufswahlalleFreiheiten.Dieüberlegennicht lange.Beide beginnen ganz selbstverständlichmit der Ausbildung zur Schornsteinfegerin. Julia steigt ihren Kunden gerne aufs Dach. Das Schornsteinfegerhandwerk ist für sie nicht nur ein Job, sondernBerufung. „Ich entwicklemich gernewei- ter“, kann die 35-Jährige deshalb auch auf eine beeindru- ckendeVitablicken. Nach dem Ingenieurstudiummit dem Abschluss imBereich Maschinenbau und erneuerbare Energien folgt derMeister- titel. Sie absolviert noch den Energieberater und Brand- schutztechniker. „MeineKunden sind dieBesten“, schwärmt Juliaunderzählt von ihren vielseitigenund verantwortungs- vollenAufgaben.Gas- undEmissionsmessungen nimmt sie im Kehrbezirk in Herne ebenso gewissenhaft vor wie die Kundenberatung und Aufklärung übermögliche Gefahren. JULIABOTHUR „Es geht beimeiner Arbeit immerhin um die Gesundheit meinerKunden. Ichmöchtenicht,dasseinerdurch falsches Handeln umkippt“, sagt sie, und dass der Schornsteinfeger mittlerweileeinwandelndesGesetzbuchseinmuss. Weitere Herausforderungen warten schon. Immer mehr Neubauten verfügen über lüftungstechnische Anlagen. „Da kommenwir ins Spiel“, sieht sie dieWeiterentwicklung des SchornsteinfegersbishinzumversiertenLüftungstechniker. Noch aber liebt sie das Traditionelle ihresBerufs. „Ich gehe jeden Tag gerne zurArbeit.Wenn ich frühmorgens auf das Dach steige,das isteinGlücksmoment fürmich. „EineZeit“, sagt dieDozentin derMeisterschule, „diemich besonders erdet. Ichgenieße jedeSekundedaoben.“ Ob Julia irgendwann den Besen im eigenen Kehrbezirk schwingen kann, steht noch in den Sternen. Zuvor muss einBezirksmeister inRentegehen.DreiMonate vorherwird der Betrieb ausgeschrieben. Dann erst kann sie sich be- werben. Das A und O über die Zuteilung ist dann ein über Jahre gesammelter Punktestand. Denn durch Weiter- bildungsmaßnahmen und Berufspraxis werden Punkte an- gehäuft.DerPunktestand vonJulia ist sehrgut.Vor kurzem hat sie deshalb einenExistenzgründerlehrgang besucht. Ihr 67-jähriger Vater war an einem Tag der Dozent. Ein über- wältigender Moment. Den jungen Schornsteinfegern und Julia als einzige Schornsteinfegerin erklärt er: „Ihr habt den schönsten Beruf der Welt.“ Die Handwerksmeisterin bekommt sofort wieder eine Gänsehaut, wenn sie daran denkt: „Wenn jemand das nochmit 67 Jahren sagen kann, dann istdas fürmicheinabsolutesVorbild.“ Mit ihrer Teilnahme bei „Germany’s Power People“möchte sie jungen FrauenMutmachen, einen Beruf zuwählen, der neben Schwindelfreiheit und technischemWissen das Er- kennen logischer Zusammenhänge verlangt. Der Schorn- steinfeger steigt nicht mehr in den Kamin. „Aber immer- hin noch aufs Dach. Und da obenmüssen wir dann unser Leben meistern.“ Sie wünscht sich, dass es zukünftigen Schornsteinfegern sowie ihr ergeht. Denn am Ende ihres Arbeitstageswarbestimmtein schönerMomentdabei, „der mich lächeln lässt.“ cornetto_schokolade facebook.com/people/Julia-Bothur/100001344996006 „ „ InmeinerFreizeitbin ichgern inderNatur. Hierbin ichsportlichunterwegs. Mirgefälltes,vorderKamerazustehen. MitmeinemVaterundmeinerSchwester. DasBildvommodernenGlücksbringer istmeinDing. MÄRZ MO DI MI DO FR SA SO MO DI MI DO FR SA SO 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 handwerksblatt de ANNIKATHULL,25 FRISEURIN,MEISTERINBEI COLOURCOLLECTIONS IN52072AACHEN GERMANY’S POWER PEOPLE 2 2 1 0

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